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Newsletter vom 09.07.2009
naturasphalt online - Juli 2009

die aktuelle Ausgabe von naturasphalt online berichtet über zwei Themen, die unmittelbar im Fokus der Zeit stehen: hochbelastete Walzasphalte und Gussasphalt.
Die steigenden Anforderungen an Walzasphalte sind bekannt. Aufgrund von höchsten klimatischen und mechanischen Beanspruchungen werden Walzasphalte immer öfter durch die Variante Naturasphalt mit PmB modifiziert. Die hervorragende Wärmestandfestigkeit und Alterungsbeständigkeit sowie die guten kältetechnischen Eigenschaften bei gleichzeitig sehr guter Einbaubarkeit des Mischgutes veranlassen immer mehr Auftraggeber, diese "Kombi-Variante" auszuschreiben. Der Baustellenbericht der Baumaßnahme B33 Markdorf zeigt Ihnen ein Beispiel für diese Asphaltmodifizierung.

Das erstmals veranstaltete Gussasphalt-Symposium 2009 in Essen war ein voller Erfolg. Vertreter aus verschiedenen Bundesländern erhielten fachliche Anregungen und diskutierten intensiv, so dass diese Veranstaltung sicherlich fester Bestandteil im Asphaltveranstaltungskalender sein wird. Das Programm und einen kurzen Bericht zu dieser Veranstaltung finden Sie im Anschluss.

In Essen wurde auch über Lärmschutz und Brückenbeläge diskutiert. Den erhöhten Anforderungen an den Lärmschutz trägt auch die Gussasphaltbauweise Rechnung. Gussasphaltdeckschichten mit lärmtechnisch verbesserten Eigenschaften sind nun auch in der ZTV 07 verankert. Abdichtung von sensiblen Ingenieurbauwerken bei gleichzeitigem hochstandfestem Asphaltbelag - das kann nur Gussasphalt.
Wir hoffen, die Artikel finden Ihre Aufmerksamkeit und wünschen Ihnen nun eine interessante Lektüre.

Ein neues Gesicht für die Stadt Markdorf

Im Spätsommer 2008 konnten die umfangreichen Arbeiten in der Ortsdurchfahrt von Markdorf termingerecht abgeschlossen werden, so dass der Verkehr auf der B 33 wieder ungehindert fließen konnte.



Der Maßnahme wurde seitens aller Beteiligten besondere Aufmerksamkeit zuteil, da eine Sperrung der B 33 zwangsläufig zu erheblichen Behinderungen im Bodenseeraum führte. Entsprechend sorgfältig wurden die Maßnahmen vorbereitet und lange vor der Ausführung mit sämtlichen berührten Stellen abgestimmt.

Innerhalb eng gesetzter Fristen mussten die beteiligten Firmen 1.000 m Wasserleitungen erneuern, den vorhandenen Kanal in offener und geschlossener Bauweise sanieren, störende Schächte und Schieberkappen der Versorgungsleitungen aus der Straße in den Gehweg verlegen und schließlich auf einer Fläche von 18.000 m² die oberen Asphaltschichten der Straße erneuern.



Dabei kamen ein Asphaltbinder 0/16 S mit TE Z 0/8 und PmB 45 sowie ein Asphaltbeton 0/11 S mit TE Z 0/8 und PmB 45 zum Einsatz. Trotz phasenweise ungünstiger Witterung konnte die geplante Bauzeit von 2 Monaten eingehalten werden.
Zu verdanken war dies mehreren Umständen: In der Planungsphase spielte die gute Vorbereitung der Maßnahme und die enge Koordination der Stadt Markdorf mit der Bauleitung des Regierungspräsidiums Tübingen in Überlingen eine entscheidende Rolle. Um die Bauzeit so kurz wie möglich zu halten, wurden zudem für die Ausführung von vornherein vertraglich längere Tagesarbeitszeiten und Samstagsarbeit festgeschrieben. Letztlich waren alle beteiligten Firmen mit großem Engagement und guter Zusammenarbeit untereinander wesentlich an der erfolgreichen Umsetzung der Maßnahme beteiligt.



Das Regierungspräsidium Tübingen in Überlingen hatte sich bewusst für die Variante Naturasphalt und PmB entschieden, um den höchsten Anforderungen an diese Baumaßnahme gerecht zu werden. Damit wurde auch hier der Symbioseeffekt beider Bitumenmodifizierungen ausgenutzt. Lesen Sie dazu auch unseren Jahrheftartikel Asphaltbeton fuer aussergewoehnliche Belastungen.

Lärmarmer Gussasphalt nach ZTV Asphalt-StB 07, Verfahren B

Der Gussasphalt hat es wirklich nicht leicht in Deutschland. Die Langlebigkeit und die Wirtschaftlichkeit werden generell anerkannt. Die Vorteile hinsichtlich der Standfestigkeit für rollenden Verkehr auf den Autobahnen werden gerne genutzt. Die Unempfindlichkeit gegen oxidative Alterung und die zuverlässig erreichbare Griffigkeit der Gussasphaltdeckschichten erhöhen die Lebensdauer. Die Ansprüche der Nutzer an die Lärmeigenschaften für Straßenbeläge haben nun in vielen Regionen eine Anpassung des Einbauverfahrens verlangt.

In den neuen ZTV Asphalt-StB 07 werden im Abs. 3.9.5 drei Verfahren zur Bearbeitung der Oberflächen beim Einbau von Gussasphalt beschrieben.
Während mit den Verfahren a und c das Herstellen von herkömmlichen Oberflächenstrukturen fortgeschrieben ist, sind die Hinweise für die Herstellung von Gussasphaltdeckschichten mit lärmtechnisch verbesserten Eigenschaften in die ZTV Asphalt 07 aufgenommen worden. Es ist eine eng gestufte Lieferkörnung zu wählen und im heißen Zustand nach dem Verfahren b ohne zusätzliches Andrücken durch Walzen auf die heiße Oberfläche aufzubringen.

Mit dem Ausbilden einer günstigen Oberflächentextur wird der Schalldruckpegel niedrig gehalten und so eine Lärmreduzierung um 2-3 dB (A) erreicht. Auf diesem Weg kann der Gussasphalt hinsichtlich der Lärmminderung mit guten Waschbetonoberflächen und mit lärmarmen SMA-Belägen gleichziehen. Das BMVBS hat erst kürzlich im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung zugesagt, dass dieses Einbauverfahren nun zeitnah mit einem Korrekturwert in die Richtlinien für den Lärmschutz an Straßen, RLS-90 aufgenommen werden soll. Ziel ist es, den Einsatz von Gussasphaltdeckschichten auch bei planungsrechtlichen Vorgaben für lärmmindernde Straßenoberflächen zu gewährleisten und die erreichbare Pegelminderung auch rechnerisch ansetzen zu können.

   

Die Bilder zeigen Oberflächentexturen eines alten geriffelten Gussasphaltes und eines neuen Gussasphaltes - eingebaut nach dem Verfahren b der ZTV Asphalt-StB 07.

Bis dieser verwaltungstechnische Schritt abgeschlossen ist, sollte zwecks einer Erfahrungssammlung der Einbau von Lärmreduzierenden Gussasphaltbelägen nach dem Einbauverfahren b auf weiteren ausgewählten Strecken erfolgen, um die Leistungsfähigkeit im Detail beurteilen zu können und die Erfahrungen aus einigen Ländern zu untermauern. In unseren Referenzen finden Sie Beispiele für Strecken mit lärmtechnisch optimierten Gussasphaltbelägen aus den letzten Jahren.

Spezialrezepturen für hochstandfeste Brückenbeläge aus Gussasphalt

Unsere Brückenbauwerke bringen die Asphaltbeläge an ihre Grenzen. Die Funktion des Asphaltes als Teil des Abdichtungssystems und die extremen Beanspruchungen auf die Belagstandfestigkeit müssen erfüllt werden. Hier werden Asphaltkonzepte benötigt, die nicht mit herkömmlichen Rezepturen zu erreichen sind.

Bekannte Beispiele sind die beiden Stahlbrücken am Bosporus in Istanbul, die den Verkehr zwischen den Kontinenten Europa und Asien ermöglichen. BOSPORUSBRÜCKE



Ein Gussasphalt muss mit einer möglichst hohen Steifigkeit des Mörtels, bestehend aus Füller und Bitumen, zusammengesetzt sein und dabei auch gerade noch einbaubar sein. Aktuell haben wir optimierte Zusammensetzungen in einem Untersuchungsprogramm des Institutes für Materialprüfung Dr. Schellenberg Rottweil GmbH eingebunden, die diese erforderlichen Viskositäten erbringen.
Gerne informieren wir Sie über Details zu den neuartigen Rezepturen. Unsere Ansprechpartner zur Asphaltberatung finden Sie hier.

Gussasphalt – Symposium 2009 in Essen

Anfang dieses Jahres haben wir ein Zusammentreffen der Landesstraßenbauverwaltungen ins Auge gefasst, um das Interesse an der bewährten Gussasphaltbauweise ins Gedächtnis zu rufen und die Gelegenheit zu einem länderübergreifenden Erfahrungsaustausch zu ermöglichen. In gemeinsamer Vorarbeit mit Herrn Dipl.-Ing. Rode von der Beratungsstelle für Gussasphaltanwendung e.V. und der Bundesfachabteilung Gussasphalt im Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V. ist daraus das „Gussasphalt-Symposium 2009“ in Essen entstanden.

Als Referenten waren Fachleute für Gussasphalt geladen, die zu dem Wissensstand bei der Herstellung, der Ausführung und der Prüfung vorgetragen haben und zukunftsweisende Beurteilungen für anforderungsgerechte Gussasphalte darlegen konnten. Die Vorbereitungen für diese Veranstaltung wurden mit dem regen Interesse von ca. 50 Teilnehmern von Seiten der Auftraggeber aus der gesamten BRD gewürdigt.

Unter dem Motto „Gussasphalt, die bessere Alternative für langlebige Deckschichten und Brückenbeläge auf hochbelasteten Straßen und Autobahnen“ wurde die Leistungsfähigkeit der Gussasphaltbauweise für die entsprechenden Anwendungen dargelegt und konstruktiv diskutiert. Auch langjährig beteiligte Fachleute haben die Ausführungen von Herrn Heinz Aeschlimann, einem Gussasphalteinbauer mit außerordentlichem Qualitätsstandard aus der Schweiz, hinsichtlich der Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen von Brückenabdichtungen mit einem gewissen Erstaunen aufgenommen. So beträgt der Aufwand für Abdichtung und Brückenbelag aus Gussasphalt, der schlussendlich die Lebensdauer maßgeblich beeinflusst, in Abhängigkeit von der geforderten Qualität nur zwischen 2 – 4 % der gesamten Entstehungskosten eines Bauwerkes.


Einbauzug der Fa. Aeschlimann AG, Schweiz

Für weitere Informationen und Berichte über das Gussasphalt-Symposium wenden Sie sich bitte an Herrn Lars Driske von der Firma Trinidad Lake Asphalt. (lars.driske@ungewitter.de)

Programm des Gussasphalt-Symposium vom 03. Juni 2009